Sonntag, 6. Oktober 2013

Sie brauchen keine Spritze: Energy Drinks, Cola,..machen es auch

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Dumm durch Energy Drinks, Kaffee & Cola? Riskanter Kick – vor allem für Jugendliche

Wer das Wort „Kaffee“ hört, der denkt vielleicht als nächstes an „Koffein“. Koffein ist ein „Wachmacher“, der aber nicht immer erwünscht ist, wenn dieser Wachmacher den Blutdruck und die Herzfrequenz erhöht. Beides ist oft mit nervösen Reaktionen verbunden, die für die Betroffenen als unangenehm empfunden werden.
Kaffee hat aber noch mehr zu bieten als nur Koffein. Insgesamt enthalten Kaffeebohnen mehr als 2000 Substanzen, von denen man bislang nur wenig über deren Einfluss auf unsere Gesundheit weiß. Die meisten Arbeiten über Kaffee beschränkten sich auf das Koffein als eben besagter Wachmacher. Aber Kaffee enthält Antioxidantien in Form von Polyphenolen, die auch bei anderen Pflanzen und Heilpflanzen anzutreffen sind und gesundheitliche Vorzüge haben. Laut Aussagen einer finnischen Studie (Coffee und health) haben Kaffeetrinker eine verringerte Mortalität und Morbidität (es sterben weniger Kaffeetrinker und es werden weniger krank) im Vergleich zu Menschen, die keinen Kaffee trinken. Dies gilt vor allem für die „klassischen“ chronischen Erkrankungen.
Hier weitere Informationen zum Kaffee und Koffein:
Wie aber sieht die Sache aus, wenn man Koffein zu sich nimmt, ohne dabei Kaffee zu trinken?
Das würde also heißen, dass man den Wachmacher zu sich nimmt und gleichzeitig auf die Vorteile des Kaffees verzichtet. Dies ist bei den Energie-Drinks und Coca-Cola der Fall, wo es offensichtlich nicht auf die Gesundheit, sondern auf den „Kick“ ankommt, der vom Koffein ausgeht.
Eine neue Arbeit aus der Schweiz (The effects of caffeine on sleep und maturational markers in the rat) geht der Frage nach, was passiert, wenn Kinder und Jugendliche vermehrt auf diese Getränke zurückgreifen. Aus (hoffentlich) verständlichen Gründen verzichteten die Forscher auf den Einsatz von Kindern und nahmen an deren Stelle Ratten als Versuchsobjekte. Prof. Huber, der Leiter des Teams, erklärte, dass junge Ratten mit koffeiniertem Trinkwasser versorgt wurden. Sie zeigten danach Schlafstörungen, die die jungen Ratten der Kontrollgruppe mit normalem Trinkwasser nicht hatten. Die Gehirne der Kontrollratten hatten am Ende der Studie auch mehr synaptische Verschaltungen aufzuweisen, als die der Koffein-Ratten. Bei den “koffeinierten” Ratten kam es also zu einer Entwicklungsstörung des Gehirns, die auf einen Ausfall von Tiefschlaf zurückzuführen war. Und Grund für diesen Ausfall war der Koffeinkonsum.
300 bis 400 Milligramm Koffein (das sind vier Dosen Energie-Drinks, eine große Flasche Cola oder drei bis vier Becher Kaffee pro Tag), sind durchaus in der Lage, diese Entwicklungsstörung auszulösen. Einer der populären Energie-Drinks ist zum Beispiel Red Bull. Hier enthält eine Dose 80 Milligramm Koffein. Nur vier Dosen infiltrieren seinem Konsumenten 320 Milligramm Koffein, was den Schwellenwert überschreitet.
Wenn diese Getränke zu einer Art „Grundnahrungsmittel“ für Jugendliche und Kinder werden, dann kann man mit den entsprechenden hirnphysiologischen Veränderungen rechnen, so die Schweizer Forscher. Denn in diesem Stadium kommt es zur Neubildung und Neuverschaltung von Synapsen im Gehirn und zu einer Eliminierung von überflüssigen Synapsen. Nach dem heutigen Wissenstand geschehen diese Prozesse vornehmlich im Schlaf und da besonders in der Tiefschlafphase. Wird die Tiefschlafphase durch Koffein oder andere Substanzen in diesem Alter gestört, dann sind unvorteilhafte hirnphysiologische Prozesse zu erwarten. Oder mit einfachen, anderen Worten ausgedrückt: Energie-Drinks machen doof. Wer seinen Kindern diese industriell gefertigte Brühe antut, der weiß nicht, was er seinen Kindern antut.
Sie werden jetzt sicher so etwas sagen, wie „würde ich nie machen“: aber die Statistik zeigt, dass entgegen solcher Statements die Verkaufszahlen von koffeinhaltigen Getränken an Kinder und Jugendliche in den letzten 30 Jahren um 70 Prozent zugenommen hat. Und das Ende dieser Zunahme ist noch lange nicht in Sicht. Denn die Getränkeindustrie hat ihren größten Wachstumszuwachs gerade hier im Energie-Drink-Segment zu verzeichnen. Kein Wunder also, wenn das soziale und individuelle Verhalten nachhaltig geschädigt wird, wenn in der Jugend die hirnphysiologischen Grundlagen für ein normales Funktionieren des Gehirns nachhaltig gestört werden. Mir läuft schon fast ein Schauer den Rücken runter, wenn ich Jugendliche mit Energy-Drinks durch die Straßen laufen sehe.
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Auch wenn die Menschen nicht mit Rattenhirnen ausgestattet sind, gibt es dennoch enorm viele Parallelen, wenn es um die hirnphysiologische Entwicklung von Ratten- und Menschenhirnen geht. Zumindest sollten die Ergebnisse der Rattenstudie ein Alarmsignal für diese Problematik sein, sich einmal genau anzusehen, ob diese Drinks wirklich so harmlos sind, wie in der Werbung immer dargestellt wird. Ich weigere mich, diese Forschungsergebnisse nur deshalb in die Tonne zu stampfen, nur weil die Schweizer Forscher Ergebnisse von Ratten produziert haben, die dann angeblich nicht auf den Menschen übertragbar sind.
Eine noch neuere Studie aus Brasilien zeigt in einer in-vitro-Studie, dass die negativen Effekte von Energie-Drinks auch möglicherweise bei Jung und Alt zum Tragen kommen können (Major components of energy drinks (caffeine, taurine, und guarana) exert cytotoxic effects on human neuronal SH-SY5Y cells by decreasing reactive oxygen species production).
Die Brasilianer untersuchten morphologische und biochemische Effekte von Koffein, Taurin und Guarana, alles Inhaltsstoffe von vielen Energie-Drinks. Sie fanden heraus, dass die Kombination von Koffein, Taurin und Guarana die physiologische Produktion von freien Radikalen unterband und die Aktivitäten von anti-oxidativ wirksamen Enzymen, wie der Superoxid-Dismutase (SOD) und Katalase (CAT), stoppte. Diese Effekte waren dosisabhängig. Nervenzellen, die nur mit Guarana behandelt worden waren, zeigten eine Degeneration in der Form von Schwellungen von einem Zellsegment, das Neurit genannt wird (auch als Axon bezeichnet). Ein Neurit ist der Fortsatz einer Nervenzelle, der für die Signalübertragung auf andere Nervenzellen verantwortlich ist.
Koffein bewirkte die gleiche Schwellung der Neurite bei einer Konzentration von 0,5 Milligramm pro Milliliter, einer Konzentration, die in den gängigen Energie-Drinks vorhanden ist. Mit Guarana behandelte Zellen zeigten Zeichen für eine einsetzende Apoptose (natürlicher Zelltod). Eine Kombination von Guarana und Koffein löste eine manifeste Apoptose aus.
Die brasilianischen Forscher hielten zum Schluss fest, dass eine massive Verbannung von freien Radikalen aus dem Inneren der Nervenzellen bis hin zu unphysiologisch geringen Konzentrationen in der Nervenzelle zu einer Art „anti-oxidativen Stress“ führt. Wie der oxidative Stress wirkt auch der anti-oxidative Stress zytotoxisch (zellschädigend), was mit den entsprechenden Zellschädigungen einhergeht.
Auffällig ist bei diesem Artikel, dass das Fehlen der sonst so unbeliebten freien Radikale für Zellschädigungen verantwortlich sein soll. Unter „normalen Umständen“ sind es die freien Radikale, die die Schäden verursachen. Aber freie Radikale werden gezielt vom Organismus eingesetzt, um physiologische Vorgänge aufrecht zu erhalten beziehungsweise zu schützen. Nur das Zuviel an freien Radikalen führt zu oxidativem Stress und damit zu Schäden. Wie eine solche positive Wirkweise von freien Radikalen aussehen kann, zeigt das Beispiel von Stickstoffmonoxid (NO Booster – als Stickstoffmonoxid für die Gesundheit geeignet?). Mehr zu diesem Thema unter:
Bei den Energie-Drinks jedoch scheint die physiologische Balance zwischen Oxidantien und Antioxidantien durch Koffein und Guarana gestört zu werden. Der Organismus reagiert darauf, indem er die betroffenen Zellen, in diesem Fall die Nervenzellen, absterben lässt.

Fazit

Wenn Koffein in hohen Dosen zu Störungen des Tiefschlafs führt und zudem Mechanismen im Organismus auslöst, die zum Absterben von Nervenzellen führen, dann sind Kinder, Jugendliche und Erwachsene gefährdet. In diesem Fall sind Kinder und Jugendliche doppelt gefährdet, da bei ihnen der synaptische Neuaufbau im vollen Gange ist, der neben der Zellschädigung zusätzlich gestört wird. Und ich habe noch nicht einmal vom Zucker, den Süßstoffen oder den Zusatzstoffen in diesem Getränken gesprochen.
Mehr dazu übrigens in meinen Beiträgen:
Ich sage meinen (und auch anderen Kindern / Jugendlichen) immer: Dein Körper besteht aus Wasser und nicht aus Zuckersaft oder Cola. Aber bitte: trinkt das nur, ich verdiene mein Geld mit der Behandlung von Kranken…

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